Thermographie der Brust

Thermographie der Brust

Jedes Kind weiß, dass es bei Fieber eine heiße Stirn hat. Auch Tumore geben Wärme ab, die mit einer Thermografie verlässlich festgestellt werden können.

Was ist eine Thermografie?

Nicht nur mit dem Handrücken, wie Ärzte schon früher und Mütter auch noch heute, sondern mit moderner Technik und elektronischen Messgeräten ist es möglich, die abgestrahlte Wärme an der Haut des Menschen zu messen. Es stimmt, mit einer Thermografie kann man nicht nur Wärmeverluste an Hausfassaden feststellen und Heizkosten sparen, sondern auch in der Krebsfrüherkennung Alternativen versuchen. Mittels farbiger Bilder lässt sich zum Beispiel auch die Brust darstellen.

Erstaunlich ist, dass diese Art der Untersuchung schon lange bekannt ist. Schon 1957 berichtete der kanadische Chirurg Dr. Ray Lawson, dass es gelungen sei, mit einer Thermografie, die ursprünglich für militärische Zwecke erfunden und genutzt wurde, auch Krebs zu erkennen. Fast alle Tumore erwärmen die darüber liegende Haut um etwa ein Grad Celsius. Mit einer Thermografie ist eine bildliche Aufzeichnung schmerzfrei, sicher und ohne Belastung durch Strahlen möglich.

Warum ist die Stelle über einem Tumor wärmer?

Krebszellen teilen sich schneller als die umliegenden, gesunden Zellen und benötigen dazu eine größere Blutzufuhr sowie mehr Nährstoffe. Rund um aktive Krebszellen entstehen vermehrt Blutzellen, um den Tumor gut versorgen zu können. An einer Stelle mehr Blut im Gewebe bedeutet daher mehr Hitze an dieser Stelle. Durch das vegetative Nervensystem eines Menschen wird auch die Temperatur geregelt. Tumore werden durch das vegetative Nervensystem in geringerem Ausmaß gesteuert als normales, gesundes Gewebe. Dadurch ist es noch leichter möglich, die Temperaturunterschiede aufzuspüren. Wenn beispielsweise die Brüste mit kühler Luft in Berührung kommen, wird der Blutfluss in das gesunde Gewebe durch das vegetative Nervensystem verringert. Im Bereich des Tumors ist das nicht so und das Tumorgewebe wird als heiß wahrgenommen und dargestellt.

Thermodiagnostik

Auf die Brüste wird bei dieser Untersuchung kühle Luft geblasen. Es werden vorher und nachher Aufnahmen gemacht und man erhält eine Regulations-Thermographie. Eine Serie von Aufnahmen kann später zu Vergleichszwecken verwendet werden. In einer gesunden Brust verändert sich das thermografische Bild nicht. Die Asymmetrie der Temperaturverteilung ist ein weiterer wichtiger Punkt bei der Deutung der Messungen.

Für erfahrene Thermografologen ist es mit Hilfe der Wärmebilder des Infrarot-Messgerätes bei der medizinischen Thermografie möglich, wertvolle Hinweise auf eventuell vorliegende Erkrankungen zu finden oder auszuschließen. Bei einer Thermografie kann ein möglicher Tumor schon bei der Größe eines Stecknadelkopfes entdeckt werden. Man spricht davon, dass es schon ab einer Größe von 256 Zellen möglich ist. Eine Mammografie kann einen Tumor erst ab einer Größe von vier Milliarden Zellen zeigen. Das kann bedeuten, dass ein Tumor schon sechs bis zehn Jahre früher entdeckt und behandelt werden könnte, da mit einer Thermografie sogar schon die frühe Phase der Bildung neuer Blutgefäße dargestellt werden kann. Das ist die Voraussetzung für die Versorgung des Tumors in der Brust. In der Frühphase kann ein Tumor relativ einfach gestoppt und beseitigt werden.

Wie wird eine Thermografie vorgenommen?

Die Untersuchung dauert nur rund drei Minuten. Dabei steht die Frau mit entblößten Brüsten drei Meter von dem Gerät entfernt. Auf dem Monitor sind die farbigen Bilder sofort sichtbar. Mittels der dazugehörigen Software und der Erfahrung des Untersuchenden kann das Ergebnis der Thermografie rasch interpretiert werden. Die Untersuchung ist einfach, bereitet keine Schmerzen und es gibt keine Strahlenbelastung für die Frau.

Übliche Brustkrebs-Vorsorgeuntersuchungen

Bei der Brustkrebs Früherkennung kommen nach den standardisierten Leitlinien Mammografie, Sonografie und eventuell auch MRT zur Anwendung. Durch das Mammografie-Screening wurde die Früherkennung von Brustkrebs erheblich verbessert. Expertinnen und Experten sind der Meinung, dass neben den seit Jahren ergänzend angewandten Ultraschalluntersuchungen der Brust durch andere komplementäre, also ergänzende Verfahren weitere Verbesserungen vorgenommen werden könnten. Eine dieser Möglichkeiten ist die Thermografie der Brust.

Standardmäßig wird das Screening für Frauen ab dem fünfzigsten Lebensjahr empfohlen. Immer wieder äußern Kritiker der Mammografie die Vermutung, dass die Röntgenstrahlen bei der Mammografie die Brust und den Körper einen negativen Einfluss haben und sogar ein erhöhtes Brustkrebsrisiko darstellen, gerade für jüngere Frauen soll durch zu viele Röntgenstrahlen ein höheres Risiko bestehen an Brustkrebs zu erkranken. Durch wissenschaftliche Studien ist das allerdings keinesfalls belegt.

Bei jungen Frauen ist das Brustgewebe zudem so dicht, dass es bei der Erkennung von Tumoren durch Mammografie Grenzen und Probleme geben kann. Eine Thermografie wird dagegen bei dichtem Gewebe nicht ungenau, belastet nicht und kann bedenkenlos schon in jungen Jahren vorgenommen werden. Einige Ärzte sind deshalb der Meinung, dass eine Brustkrebsvorsorge durch eine zusätzliche Thermografie durchgeführt werden sollte.

Negative Aspekte der Mammographie

Neben den Grenzen der Mammografie bei dichtem Gewebe, ist die Brust während der Untersuchung mechanischem Druck durch das Einquetschen der Brust ausgesetzt, welches gerade für Frauen mit empfindlichen Brüsten als sehr schmerzhaft und unangenehm empfunden werden kann. Bei alleiniger Mammografie muss, falls ein irgendwie auffälliger Befund entsteht, eine für die Frau äußerst belastende Biopsie vorgenommen werden.
Kritische Stimmen meinen daher, dass allein durch die Mammografie die Brustkrebssterblichkeit nicht gesenkt werden kann, auch wenn sie weiterhin als wirksamste Methode zur Früherkennung eingesetzt wird. Frauen werden durch solche Aussagen verunsichert.

Vorteile der Thermografie

Dass abstrahlende Wärme ein Zeichen für eine Erkrankung sein könnte, ist schon seit Jahrhunderten bekannt. Hochmoderne Geräte eröffnen nun viele Möglichkeiten unter großer Sicherheit der Frauen medizinische Thermografien durchzuführen. Über die Darstellung der Durchblutungssituation der Haut können Anomalien der Temperaturverteilung leicht erkannt werden. Wenn Muskeln, Knochen und Gelenke gesund sind, zeigt sich keine außergewöhnliche Erwärmung. Ein im Auswerten einer Thermografie geschulter und geübter Untersuchender bekommt nicht nur diagnostische Hinweise auf einzelne Körperregionen, er kann sogar Einblick in den gesamten Gesundheitszustand eines Menschen erhalten.
Die Aufnahmen können schlecht durchblutete Areale aufzeigen und beim Auffinden von Durchblutungsstörungen hilfreich angewandt werden. Diese Art der Thermografie kann für Diabetiker und eventuell auftretende Störungen in den Extremitäten Verwendung finden.

Mit einer Thermografie sind oft schon sehr früh Störungen erkennbar und sie eröffnet neue Vorsorgemöglichkeiten, um Schwachstellen früh zu erkennen und behandeln zu können, wenn sie noch keinen großen Schaden angerichtet haben. Ein weiterer Punkt, der für die Thermografie spricht, ist, dass damit sogar kontrolliert werden kann, ob eine Therapie bei einer Brustkrebserkrankung erfolgreich anschlägt, ob sie wirkt. Fortschritte bei der Gesundung nach einer Brustkrebserkrankung können mit dieser guten, sicheren, sehr genauen und kostengünstigen Untersuchungsmethode, ergänzend zur Mammografie, festgestellt und kontrolliert werden. Es ist zu hoffen, dass die Fortschritte bei der Brustkrebs-Früherkennung durch die Thermografie von immer mehr Ärzten angewendet werden, und erkrankten Frauen dadurch viel Leid erspart werden kann.